Poetry: Wunschkind

Im heutigen Visional gibt es ein Poetry von Greta. Und diesmal als Video. Viel Spaß beim schauen und lesen!

Mein Herz bebt. Es ist mitten in der Nacht.
Die Angst ist wieder da. Sie hält mich wach.
Stille Tränen fließen über meine Wangen,
wenn ich an die Tage denke, die so viel fröhlicher klangen.
Wo sind sie hin? Was ist passiert?
Hilflos und panisch lieg ich hier
und sehne mich nur noch nach Dir.

Immer, wenn alles den Bach runtergeht,
in meinem Herzen ein starker Sturm aufweht
und mir darin die Kraft ausgeht,
rufe ich Dir zu:
„Wo bist DU? Und warum lässt Du das alles zu?

Du sagst, die Last, die wir tragen, ist niemals zu schwer,
und bitte versteh mich nicht falsch;
Es ist nicht so, dass ich mich Deinem Masterplan verwehr,
aber siehst Du es denn nicht?
Ich kann nicht mehr!“

Meine Gedanken drehen im Teufelskreis
-Nur ein Wort von Dir reicht, ich weiß-
Du könntest sie alle vertreiben
und sie zurück in ihre Schranken weisen.
Damit ich wieder zu Atem komme, um Dich zu preisen. 

Denn auch, wenn ich Dich nicht immer spüren kann,
will ich glauben und vertrauen, dass Du irgendwann
wieder mein Herz berührst, wie es kein anderer tut.
Mich aufrichtest und erfüllst mit neuem Mut.
Dass Du das Unmögliche möglich machst,
24/7 über mir wachst
und wahrhaftig keine Fehler machst.

Viel zu oft habe ich mich schon verrannt,
Häuser gebaut auf Sand
und mich von Dir abgewandt.

Ja, es war kein Scherz,
als Du sagtest: „Mehr als alles andere, hüte Dein Herz“.
viel zu schnell wachsen der Kummer und der Schmerz,

-Nicht ausreichend, als mangelhaft befunden,-
tief und schmerzhaft sind die Wunden,
die sie in meinem Herzen hinterlassen
weil sie nicht nach kurzer Zeit verblassen
oder sich einfach wieder ausradieren lassen.

Nein,
wie in einer Dauerschleife
erzählen sie mir,
dass ich nicht ausreiche. 

Ich versuch, meine Schwächen zu verstecken
und meine Schönheitsmakel abzudecken.

Ich will doch nur spüren, dass ich jemandem wichtig bin
und genauso wie Du mich gemacht hast, richtig bin.
Dass meine Ecken und Kanten
und meine ganz individuellen Macken,
mich ganz einzigartig machen!

Und ja,
vielleicht entspreche ich nicht dem Ideal,
aber was ist das überhaupt?
Etwa das, was wir vorgeben zu sein, auf unserem Instagram-Kanal?
Und ist es nicht völlig egal,
was Andere über mich denken,
während sie ihre Hälse verrenken,
und mir nach einem prüfenden Blick
bloß ein mildes Lächeln schenken?

Du wirbst mit aller Kraft um mein Herz
und ich kann nur ahnen, wie es Dich schmerzt,
wenn ich den Meinungen der anderen mehr Glauben schenke,
mich in meiner Verzweiflung von Dir wende,
keinen Gedanken mehr an Dich verschwende
WhatsApp-Nachrichten an jeden,
aber nicht ein einziges Gebet an Dich sende. 

Doch Du blickst Du mich an
und fragst mich WANN,
nimmst Du Dich endlich so an,
wie ich mir Dich ersann? 

Unruhig ist mein Herz, bis es ruht in Dir.
Der Moment, in dem ich meine Menschenfurcht verlier
und mit lauter Stimme proklamier
„Jesus, ich gehöre zu Dir“
ist jetzt.

Ich will mich nicht länger vergleichen,
und all die Lügen, die sich in meine Gedanken schleichen,
sollen endlich von mir weichen. 

Denn jeder Gedanke, dem ich glaubte
und mir meine Freiheit raubte,
hatte nur so viel Macht,
weil ich Dir nicht vertraute. 

Mein Wunsch, nach weltlichen Maßstäben perfekt zu sein,
machte Dich und Deine Schöpfung klein.
Denn wenn ich versuch, jemand anderes zu sein,
verleugne ich Dich und höre nicht,
wie Du zu mir sprichst:
„Geliebte Tochter, Du bist mein.“

Ich will Dich in mir erkennen,
und mich zu mir bekennen.
Denn Du hast mich gemacht,
Wunderbar und einzigartig erdacht.

Jede Maske, die ich trage
und jede noch so schöne Fassade,
bröckeln ab und fallen nieder,
und endlich erkenne ich mich wieder.
Hier auf der Welt ist doch vieles nur Schein-
aber bei Dir, da darf ich endlich Ich sein.

Du gibst mir meinen Wert
und wie mit einem Schwert
zerstört Deine Wahrheit jede Lüge,
die mir erzählt, ich sei verkehrt. 

Du hast mich als Dein Kind erwählt,
alle Haare auf meinem Kopf gezählt.
Jeden meiner Tage in ein Buch geschrieben
und mir zugesagt, mich immer zu lieben. 

Du wolltest mich
– von Anfang an-
Und ehe einer meiner Tage begann
hast Du schon über mich nachgesandt.
Und später dann,
als ich im Mutterleib Gestalt annahm,
hast DU Dich mir zugewandt
und Dich, schon von meinem ersten Atemzug an,
entschieden, an meiner Seite zu sein,
mein ganzes Leben lang. 

Ich will hören, wie Du meinen Namen rufst,
erkennen, mit welchen Gaben und Talenten Du mich schufs’t
und zu welchen großartigen Dingen, Du mich in dieser Welt berufst.

Du sagst, ich soll neue Schritte wagen,
wenn‘s dunkel um mich wird, nicht verzagen
Denn Du willst mich auch durch schwere Zeiten tragen. 

Leise flüsterst Du mir ins Ohr
„Mein Kind, ich hab noch Größeres mit Dir vor!“

Wenn Du zu mir sprichst,
sind Deine Worte wie Licht,
das die tiefste Dunkelheit durchbricht.
Dann fange ich an zu verstehen:
Du hast mich immer schon gesehen.

Ich war Dir nie egal,
doch DU ließt mir die Wahl
meinen eigenen Weg zu wählen
in der Gefahr, das Ziel zu verfehlen,
dass Du für mich erdacht hattest. 

Doch jetzt ich will auf Dich vertrauen,
weg von meinen Problemen schauen.
meine Sorgen und Ängste klein hauen
und mein Lebensfundament auf Deinen Verheißungen aufbauen!

Ich will aufhören für Zeichen zu beten
und anfangen an Wunder zu glauben, bevor sie eintreten.
Denn Glauben baut auf Vertrau‘n
und nicht auf AstroTV,
wo sie mir bloß Schlösser aus leeren Floskeln erbau’n.

Bei Dir ist kein Platz für Sorge und Angst,
und alles, was Du von mir verlangst,
ist, dass ich Dir mein Herz gebe,
von nun an aus Deiner Kraft lebe
und in jedem meinen Nächsten sehe.

Mit Dir kann ich Berge versetzen.
Wenn ich morgens aufsteh‘, hör‘ ich schon den Teufel ächzten
und spüre die Angst, die in ihm bebt,
weil Er weiß, dass Dein Geist in mir lebt.
Vor keinem Goliath hab ich mehr Angst,
denn ich bin sicher, dass DU alles kannst. 

Dein Wort ist mein Beweis!
Denn da steht es schwarz auf weiß:
Du nennst mich dein „Kind“.

Wie lange noch?

Ich habe keine Lust mehr! Nach über einem Jahr Pandemie ist das der Satz, der häufig in meinen Kopf kommt. Mittlerweile habe ich die Nase voll von den scheinbar nie endenden Einschränkungen. Ich verstehe, dass es wichtig ist Kontakte weiter einzuschränken. Aber der Wunsch sich endlich wieder unbeschwert mit Freunden treffen zu können – Pläne zu machen, wird mit jedem Tag größer. Ja. Ich beschwere mich hier auf einem sehr hohen Niveau. Es gibt Menschen, die liegen auf Intensivstationen und kämpfen um ihr Leben. Und ich? Ich meckere darüber, dass ich mich nicht mit mehr als einer Person gleichzeitig treffen kann. 

Vor ein paar Monaten hat es mich dann selbst erwischt. Ich bin glücklicherweise im Vergleich zu anderen in meinem Umfeld glimpflich davongekommen. Meine Freundin hat bis heute mit den Folgen zu kämpfen und bekommt immer wieder nur schwer Luft.
Und da stelle ich mir so oft die Frage: Wo ist Gott in dem ganzen? Warum tut er scheinbar nichts? Warum gehts mir gut und ihr nicht?
Klassische Fragen, die im Kontext von Leid oft gestellt wurden, die ich aber jetzt erst richtig nachvollziehen kann.

Letzte Woche habe ich dann für einen Livestream einen Poetry Beitrag gefilmt. In einer Zeit in der man mit so vielen hochemotionalen medialen Inhalten bombardiert wird, passiert es nur noch selten, dass ich eine Gänsehaut bekomme. Das Gefühl hatte ich schon lange nicht mehr. Aber in dem Moment als ich am Videoschnitt saß, hat es mich gepackt. Die Worte haben einfach genau zu meiner Situation gepasst. Ich konnte diesen großen Wunsch nach Normalität so sehr nachvollziehen. 

Als Christen sind wir in keiner bevorzugten Stellung. Also im Sinne von: Es ist nicht wie eine magische Formel die besagt, sobald du Christ bist, ist alles gut. Leider nicht. Schön wär’s. Wir stecken genauso im Sumpf wie jeder andere auch. Aber was mir hilft, ist zu wissen, dass ich nicht alleine bin. Dass es jemanden gibt, den ich anschreien kann, wenn mir etwas so richtig stinkt und wenn ich etwas nicht verstehe. Gott ist nicht weit weg und schaut nur zu. Er ist mit mir in diesem Sumpf und schenkt auch immer wieder Lichtblicke.

Als Christ habe ich eine Aussicht, dass es besser wird. Dass, egal wie schlimm meine Situation ist, irgendwann – spätestens bei Gott im Himmel – alles wieder gut ist (Und ich glaube nicht, dass wir bei Corona so lange warten müssen). Wir Christen haben vor allem in den dunklen Zeiten die Chancen für andere Leute da zu sein und ihnen einen kleinen Hoffnungsschimmer zu geben.
Wo kannst du dieser Lichtblick sein?

Ein Beitrag von Philipp

Das Video wurde für die Veranstaltung „paXanders“ vom SWD-EC Verband produziert.
Poetry: Tami
Schnitt: Philipp

Das Titelbild vom Beitrag ist von Engin Akyurt auf unsplash.com

Erwartet

Neues Jahr, neues Konzept. So läuft das bei Alltagspropheten. Während sich sonst alles verändert, ist Veränderung für uns die einzige Konstante. Eines unserer neuen Formate, die ab jetzt monatlich erscheinen, nennt sich „VISIONAL“ – ein grandioses Wortspiel aus „vision“ und „audiovisual“. Dabei handelt es sich um unser Kreativformat, das einen Fokus auf audiovisuelle Medien mit Botschaft setzt. Kurzfilme, Podcasts, Poetry Slams – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Los geht es mit einem Gastbeitrag von

Joel. 24. Momentmaker und zukünftiger Lehrer. Begrüßt mit „Buongiorno“ und verabschiedet sich mit „Wir sehen uns in der Zukunft“. Liebt es Dinge mit Seele, Kreativität oder Liebe zu tun. Für und mit dem Schöpfer. 

Warten ist unsexy. Und doch gehört es irgendwie dazu. Wir warten alle – jeden Tag. Ob an der Supermarktkasse, auf den Bus, auf einen lang ersehnten Anruf oder die nächste Zoom-Konferenz. Manchmal ist Warten freudig, manchmal nervig, doch es gehört zum Leben wie Atmen, Schlafen und Essen. Ich warte viel, weil ich in puncto Pünktlichkeit manchmal ein bisschen zu deutsch bin. Und ich habe gelernt, das Warten zu lieben und zu nutzen – für kurze Phasen der Reflexion.

Wir warten alle auf irgendwas, die Frage ist nur, was du aus deinem Warten machst. Deshalb: Warte nicht dein Leben, sondern liebe dein Warten.

Worauf wartest du?

https://www.youtube.com/watch?v=QtfRn34v1WM&t=2s

Video und Fotos von Joel. Text by spaghettihirn.

Von Oben – Video

Schöne Aussichten mochte ich schon immer. Egal, ob in die Zukunft oder von einem hohen Berg.

Genauso, wie ich Aussichten geliebt habe, habe ich die Höhe gehasst. Aus Angst. Höhenangst. Den Moment, wenn ich realisiere, dass ich die Kontrolle über mein Leben verliere, finde ich furchterregend. Bei dem Gedanken, dass ich jeden Moment – sollte ich über das Geländer fallen – sterben würde und nichts dagegen tun könnte, läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken.

Auf der anderen Seite gibt mir die Höhe durch meine (Höhen-)Angst auch einen Kick. Während ich sie früher kaum ertragen konnte, kann ich die schönen Aussichten mittlerweile genießen. In den letzten Monaten habe ich diese Orte immer wieder als Gelegenheiten besonderer Reflexion erlebt. Der Gang auf eine Anhöhe wurde zum bewussten Ritual, meinen Alltag und meine aktuelle Situation hinter mir zu lassen und mal von oben darauf zu blicken. Nachzudenken. Neu zu denken. Neue Wege einzuschlagen.

Versuch das mal. Nimm dir dieses Wochenende ein bis zwei Stunden Zeit. Such dir einen Aussichtspunkt. Laufe dorthin und lasse auf dem Weg bewusst deinen Alltag unten. Wenn du oben angekommen bist, dann blicke aus einer neuen Perspektive auf deine aktuelle Situation hinunter. Stell dir ein paar Fragen, wo du gerade stehst und wo du hin willst und was du tun solltest, um dorthin zu kommen. Und sei gespannt, was dann so passiert ;).

by spaghettihirn
Video und Foto von Philipp Jenny.

Video

Wir feiern ein Jahr Alltagspropheten

Auf den Tag genau ein Jahr ist es her, seit unser Blog online gegangen ist mit dem Ziel, jede Woche einen neuen Text hochzuladen. Es ist viel passiert, wir haben Einiges erlebt und blicken sehr dankbar auf die vergangene Zeit zurück. Aus diesem Anlass haben wir uns mal in der Community umgehört und gefragt, was ihr so an Alltagspropheten feiert. Hier ist das Ergebnis.

Warum stehe ich jeden Morgen auf?

Trotz Sommerpause präsentieren wir euch ein neues Video-Special, das wir in Kooperation mit Fabian gemacht haben. Ein sehr begabter Fotograf und Filmemacher. Checkt mal seine Website aus! Und viel Spaß beim Watchen 😉

Schreib uns, was dich motiviert, jeden Morgen aufzustehen und wie dir das Video gefallen hat!

Deine Alltagspropheten

Video

Von oben

Schöne Aussichten mochte ich schon immer. Egal, ob in die Zukunft oder von einem Berg oder einem hohen Turm.

Genauso, wie ich Aussichten geliebt habe, habe ich die Höhe gehasst. Nicht weil ich sie nicht schön finde, sondern aus Angst. Höhenangst. Diesen Moment, in dem mir klar wird, dass ich nicht mehr die Kontrolle über mein Leben habe, finde ich furchterregend. Bei dem Gedanken, dass ich jeden Moment – sollte ich über das Geländer fallen – sterben würde und nichts dagegen tun könnte, läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken.

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Video

Poetry Slam: Vergangenheit

Kaum hat das neue Jahr begonnen, so ist das alte schon vergangen.
In einem Special haben wir uns mit dem Thema „Vergangenheit“ auseinandergesetzt. Der Text wurde ursprünglich für einen Gottesdienst geschrieben und bisher am 6. Mai 2018 live vorgetragen. Viel Spaß beim Anhören, Nachdenken und Teilen. Wir freuen uns über Kommentare.

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