Noch mehr Glauben & Zweifeln

Passend zur aktuellen Themenreihe wollen wir hier ergänzend noch ein paar verschiedene Werke vorstellen, die sich mit Glauben und Zweifeln beschäftigen. Von Musik und Podcasts bis hin zu Büchern und Poetry Slam. Viel Spaß beim alltäglichen Inspirieren, Stöbern und Schmökern!

Song: Zweifellos

Es geht los mit einem schon etwas älteren Lied von Fabian Römer und Tim Bendzko, der wie kaum ein anderer zum Thema passt. Darin geht es insbesondere um Selbstzweifel, doch hör selbst:


Buch: Zweifel hat Gründe – Glaube auch

https://i0.wp.com/exlibris.azureedge.net/covers/9783/7751/5601/1/9783775156011xxl.jpg?w=1200&ssl=1

Grundlegend mit Glauben und Zweifeln hat sich der Berliner Pfarrer Alexander Garth auseinandergesetzt. Bevor er dieses Buch schrieb, hat er in einer Umfrage Menschen aus seinem Umfeld nach ihren Hauptzweifeln am Christentum gefragt. Daraus entstanden dann die einzelnen Kapitel mit einer bunten Mischung aus allen möglichen Zweifeln. In seinem Buch möchte er dazu ermutigen, Zweifel zuzulassen und sich damit zu beschäftigen. Wenn dein Interesse geweckt ist, findest du das Buch hier: https://www.scm-haenssler.de/zweifel-hat-gruende-glaube-auch.html


Poetry Slam: Wo ist dein Gott jetzt?

Mit unter anderen diesem Text gelang Poetry Slammer Marco Michalzik der Durchbruch. Darin stellt er sich die großen Fragen des Lebens und macht sich authentisch und eloquent auf die Suche nach Gott. Wo ihn das hinführt, schau selbst:


Buch: Ich habe Gott gesehen

Bildergebnis für ich habe gott gesehen

Zweifel an Gott sind Autor Klaus-Dieter John mehr als bekannt. Seit seiner Jugend kommen sie immer wieder hoch und nagen an ihm. Aber was sie nicht überschatten können, ist der Durst danach, Gottes Wunder in dieser Welt zu sehen. Zusammen mit seiner Frau Martina, hat er eine Vision: ein modernes Krankenhaus für die armen und ausgegrenzten Quechua-Indianer in Peru zu errichten. Euro für Euro, Schritt für Schritt und Wunder für Wunder wird die Vision Realität. Seit über 10 Jahren steht das Krankenhaus „Diospi Suyana“ in Peru und ermöglicht der dort lebenden Bevölkerung einen Zugang qualitativer Medizin. Ein Buch, das Staunen lässt. Lies hier mehr darüber: https://brunnen-verlag.de/ich-habe-gott-gesehen.html#


ARD Themenwoche 2017: Woran glaubst du?

Seit 2006 veranstaltet die ARD jedes Jahr eine Woche mit einem thematischen Schwerpunkt, bei der jeweils ein Sender dafür verantwortlich ist. Vor drei Jahren ging es dabei um die Frage: Woran glaubst du? Dort finden sich verschiedene Formate nicht nur zum christlichen Glauben, sondern auch zu anderen Religionen. Leider sind aufgrund einer Umstellung der ARD Mediathek nicht mehr alle Inhalte verfügbar. Was noch abrufbar ist, findest du hier: http://www.ard.de/home/themenwoche/ARD_Themenwoche_2017_Woran_glaubst_Du_/3981220/index.html


Podcast: Nice Try!

Darin erzählt Avery Trufelman von Menschen, die an ein höheres Ideal glaubten und die verrücktesten Welten erschufen, um dieses zu erreichen. Von Umweltschützern, die in einer großen Glaskuppel lebten, bis hin zu einer Stadt, die von einer indischen Sekte erbaut wurde. Was haben alle diese Utopien neben erbitterten Zweiflern gemeinsam? Sie sind gescheitert und klingen aus heutiger Sicht komplett abstrus. Für diesen Storytellig-Podcast musst du der englischen Sprache mächtig sein. Hier geht es zur aktuellsten Folge:


Film: Faith like Potatoes (Tief verwurzelt)

https://i1.wp.com/i.pinimg.com/originals/85/3e/7a/853e7a92de6e7bcb86794f6e6eb636f3.jpg?w=1200&ssl=1

Wer ihn nicht kennt: absoluter Nachholbedarf! In diesem Film geht es um einen Mann, der durch schwere Krisen geht, die seinen Glauben auf die Probe stellen. Doch sein Vertrauen auf Gott bleibt und so pflanzt er entgegen aller Ratschläge und aller Vernunft mitten in einer Dürrezeit Kartoffeln an. Damit setzt er sein gesamtes Vermögen aufs Spiel. Faith like Potatoes beruht auf einer wahren Begebenheit, berührt und begeistert. Er fordert nicht nur heraus, Gott in allen Lebensbereichen vollkommen zu vertrauen, sondern auch an Wunder zu glauben.


Buch: 21 Menschen – 21 Momentaufnahmen – 21 Möglichkeiten zu glauben

https://cdn.shopc3.luka.de/5c4b2f79cc5a55630b8b456d

Der Titel sagt eigentlich schon alles über das Buch: 21 unterschiedliche Menschen erzählen ihre individuelle Geschichte mit dem christlichen Glauben. Zusammengetragen und herausgegeben von Daniel Schneider. Mit dabei: Karnevalisten, Schauspieler, Künstler, Journalisten und viele mehr. Ein Buch zum Inspirieren. Mehr unter: https://www.scm-shop.de/21-menschen-21-momentaufnahmen-21-moeglichkeiten-zu-glauben.html


Song: Du trägst mich durch

Und zum Abschluss noch ein Song von der Band „Könige & Priester“, der ermutigt, Gott zu vertrauen und sich mit seinen Zweifeln an ihn zu wenden.

Von der Heiligkeit, die Hosen runterzulassen

Lynn. 25. Studentin in Heidelberg. Braucht Kreativität und Aktivität. Ist outdoorbegeistert. Liebt Kuchen, Gespräche mit Lachanfällen und lernt gerade, sich von Gott unterbrechen zu lassen.

Ich liebe deutsche Redewendungen. Eine Metapher jagt die nächste und die Bilder bleiben nachhaltig im Kopf. Redewendungen machen es einfach, komplizierte Angelegenheiten zu beschreiben. Jeder versteht, was „Schmetterlinge im Bauch“ sind oder was es heißt, wenn man „den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht“. Mein neuester Favorit seit einiger Zeit: „die Hosen runterlassen“, was umgangssprachlich so viel wie „in einem sehr unangenehmen Moment die Wahrheit bekennen“ heißt. Es bedeutet, sich öffentlich verletzlich zu machen. Das Risiko einzugehen, in der eigenen Ehre eventuell getroffen zu werden und die Peinlichkeit des Moments auszuhalten. Seelisch und emotional blank zu ziehen. 

Zugegeben, die „Hosen runterzulassen“ ist eine sehr bildhafte Metapher und geht für den ein oder anderen unter die Gürtellinie (…um bei dem Bild zu bleiben😉). Doch falls dir das Bild unangenehm ist, bist du hier richtig. Denn in diesem Punkt ging es mir in der letzten Zeit sehr, sehr ähnlich…

Winter 2019/2020. Mein Studium war nach einigen Jahren endlich am Ziel angelangt: die Examensphase begann. Der Schreibtisch wurde zu meinem besten Freund – Kaffee, Fachbücher und der Laptop meine täglichen Weggefährten. Meine Zeit für Freunde, Sport, Kreativität oder Events musste ich radikal reduzieren. Angst vor einem Versagen kurz vorm Studienabschluss war bei mir schon immer hoch, weshalb ich als logische Konsequenz für meine Abschlussphase beschloss: „Kampfhaltung einnehmen. Durchziehen. Nicht schwach werden.“ Meine Haltung war also praktisch gesehen ziemlich effizient. Erstmal nicht bedenklich, zumindest nicht für die Examenskandidatin in mir.

Was ich jedoch nicht bemerkte: Mein Inneres begann ebenfalls, in Kampfhaltung zu gehen. Die Möglichkeit, verletzt zu werden, umging ich, indem ich mich vor bestimmten Fragen und wunden Punkten distanzierte. „Nicht schwach werden“ wurde also auch das Motto für die emotionalen, sensiblen Bereiche meines Alltags. Ich schaffte es so weit mit meiner Kampfhaltung, dass ich sogar vor Gott „effizient“ mit meiner Verletzlichkeit umging. Indem ich Gott meine zuvor selbst ausgewählten Schwächen hinlegte, konnte er ja direkt was damit anfangen und musste nicht erst suchen – praktisch, oder? ICH entschied, was ich Gott aus meinem Leben geben wollte. Diese Haltung wurde meine praktische Interpretation von:

„Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit,
damit die Kraft Christi in mir wohne.“

2. Korinther 12,9

Kämpferische Effizienz, allzeit bereit für persönliches Aufopfern – der „selbstlose“ Aktivismus fühlte sich richtig und erwachsen an, sowohl für mein alltägliches, als auch für mein emotionales und geistliches Leben. 

Bis dann mein persönlicher „Hosen runterlassen“-Moment kam.

Ich fing nämlich an, mich zu wundern: Warum war alles – von meinen Studienaktivitäten mal abgesehen – so still um mich herum und in mir geworden? Ich vermisste das Lebendige in meinem Alltag – wirklich „intensiv“ erlebte ich mich und andere nicht mehr. Auch die andauernde, fehlende Tiefe mit Gott wurde mir unheimlich. Ich wollte eine Lösung. Mein Kämpfer-Ich war im vollen Modus. 

Wie sehr in genau dieser Haltung das Problem lag, wurde mir klar, als ich an Silvester auf die „Zukunftswerkstatt“ (Freizeit auf dem Dünenhof, Cuxhaven) als Teamer mitfahren durfte: einem Ort, an dem Raum genug ist, dass das eigene Ich seinen Platz vor Gott finden kann. Ehrlich und ungeschönt, wenn man sich darauf einlassen möchte. Und hier, in diesem geschützten Freizeitrahmen, war meine Power innerlich auf einmal am Ende. Meine Kämpfernatur fühlte sich nicht mehr natürlich an. Stattdessen fiel mir auf, wie wenig ich eigentlich unter Kontrolle hatte, vor allem, was meine Schwächen anging. Mir wurde klar, dass ich vergessen hatte, wer der eigentliche Kämpfer in meinem Leben war – und dass meine Interpretation von 2. Korinther 12,9 völlig in die falsche Richtung ging.

Mich traf dieser Blick auf meinen blinden Aktivismus hart: Meine Ehre war getroffen, die Peinlichkeit groß. Meine Hosen waren (nicht ganz freiwillig) runtergelassen. Gott war Zeuge meiner Verletzlichkeit. Schon die ganze Zeit. Und auch wenn es übertrieben klingt: dieser Moment war heilig. 

„Heilig“, weil Gott mir in diesem Moment ziemlich deutlich und gleichzeitig unglaublich sensibel zeigte, wie wenig es an meiner Kraft liegt, mein Leben von ihm erfüllen zu lassen – sondern, dass er der Einzige ist, der mich stark, geliebt und gerecht machen kann und will, wenn ich ihn lassen würde. Wie sehr ich genau das in meinem Leben eigentlich aktuell brauchte, wurde mir in diesem Moment klar. Das war mein Zeitpunkt, die „Hosen runterzulassen“. Mir wurde auch bewusst, wie viel mehr und intensiver meine Freundschaften, Beziehungen und der restliche Alltag aussehen könnten, wenn ich nicht länger bete: „Gott, ICH gebe dir folgende Dinge, die mich beschäftigen …“, sondern ihn vielmehr im Gebet fragen würde: „Gott, was willst DU mir abnehmen, was ist dran?“.

Ich bin jetzt dabei zu lernen, dass mein eigentlicher Aktivismus eher so aussehen sollte, dass ich (geistlich gesehen! :)) öfter meine Hose runterlasse, auch wenn es mich alles kostet: Mut, Ehre, Lässigkeit und Kontrolle. Nicht mehr Ich, sondern Er. Attraktiv ist das im Alltag meistens nicht – genauso wenig, wie mitten auf der Straße ohne Hose dazustehen. Doch: Gott braucht uns nicht attraktiv, um unser Leben intensiv und atemberaubend zu machen – für ihn reichen auch Unterhosen. 

Eure Lynn, die jetzt erstmal neue Hosen shoppen geht.


Das Beitragsbild hat Lynn Schröder selbst gemacht.

Für ein Wochenende nach Norwegen

Flo. 24. Soon-to-be Chemiker. Was ich mag: Verantwortung übernehmen, Tennis spielen, Gott preisen, Gemeinschaft genießen, gemeinsam Beten.

Wenn mich jemand fragt, wie das Jahr 2019 für mich war, weiß ich im ersten Moment nicht, was ich antworten soll. Nach längerem Überlegen fällt mir dann meistens nur ein Wort ein: seltsam. Doch im Nachhinein bereue ich diese Aussage. 

Klar gab es nicht nur schöne Erlebnisse im letzten Jahr. Streit, Stress und Versagen waren die größten Gegner. Ich bin mir sicher, dass auch du solche Erlebnisse hattest. Doch wie bist du damit umgegangen?

Meine erste Reaktion darauf war, dass ich mich immer mehr zurückgezogen habe. Ich habe alles über mich ergehen lassen, ohne zu zeigen, wie es mir selbst wirklich damit geht. Ich wollte es jedem Menschen recht machen, ohne wirklich auf mich selbst zu achten. Das ist natürlich nicht der richtige Weg, aber es war zu dem Zeitpunkt der einfachste.

Zwischen all den persönlichen, negativen Erlebnissen war ich auf vielen Freizeiten unterwegs, wo meine Aufgabe als Mitarbeiter war, den Teilnehmern eine gute Zeit zu ermöglichen. Gar nicht so einfach, wenn man selbst oft mit den Gedanken gar nicht richtig bei der Sache ist. Und dabei noch den Fokus auf Gott zu lenken, wenn man es selbst kaum schafft, macht die ganze Situation nicht wirklich einfacher.

Wenn ich diese Zeit im Nachhinein reflektiere, werden mir zwei Dinge klar. Zum einen, dass Gott selbst in diesen Zeiten bei mir war, als ich meinen Blick nur zu sehr auf mich gerichtet hatte. Ähnlich wie im Gedicht „Spuren im Sand“ von Dietrich Bonhoeffer habe ich nur mich und ein paar Fußspuren gesehen, Gottes Spuren waren aber nicht da. Dachte ich zumindest.

Und zum anderen, dass man auch einfach mal Dinge tun muss, die nicht von jedem gutgeheißen werden. Diese Erfahrung durfte ich machen, als ich im Rahmen einer Freizeit für 3 Tage nach Norwegen gefahren bin.

„Für 3 Tage lohnen sich die langen Fahrten doch gar nicht, außerdem ist es viel zu teuer“, war der Satz, den ich am meisten hörte. Dass die Hinfahrt 24 Stunden dauerte, machte die ganze Aktion nur noch besser.

Mein Ziel für diese Zeit war es, einfach nur zu genießen und den Alltag zu vergessen. Und dafür gibt es keinen besseren Ort als die unberührte Natur in Norwegen, die auch auf dem Titelbild zu sehen ist. Von felsigen Bergen über Moore bis zu dicht bewachsenen Wäldern kann man an jeder Ecke Gottes Schöpfung bewundern.

Und dort wurde mir zum ersten Mal in diesem Jahr wieder so richtig bewusst, wie genial es eigentlich ist, dass du und ich ein Teil dieser Schöpfung sein dürfen. Und, dass alles von Gott wunderbar gemacht ist. In der heutigen Zeit liegt unser Fokus viel zu oft auf der Arbeit, der Uni oder der Schule. Darauf, dass wir immer präsent und erreichbar sind. Immer auf dem neusten Stand zu sein, ist mittlerweile ungeschriebenes Gesetz. 

Kurz gesagt: Wir müssen funktionieren, dürfen keine Schwächen zeigen.

Es kann sogar so weit gehen, dass wir Schutzmechanismen aufbauen. Wir vernachlässigen Freunde, verlieren Empathie oder das Feingefühl, weil der Fokus auf ganz andere Dinge ausgerichtet ist.

Ich wollte dir mit der kurzen Geschichte natürlich nicht unter die Nase reiben, dass ich ein paar tolle Tage in Norwegen hatte. Sondern dich ermutigen, dir gezielt Auszeiten zu setzen. Wenn du merkst, dass du nur noch auf Achse bist und vielleicht sogar deinen Fokus auf die falschen Dinge setzt, dann will ich dich ermutigen, einfach mal raus zu gehen. In den Wald, an den nächsten See oder in die Berge, egal ob alleine oder mit Freunden. Einfach mal das Handy weglegen und „offline“ sein.

In der Natur kannst du Gott entdecken, er ist dort präsent wie sonst nirgendwo. So kannst du zur Ruhe kommen, reflektieren und einfach mal genießen. Und nebenbei natürlich noch seine wundervolle Schöpfung bestaunen.

Mir hat es definitiv geholfen, gegen den Strom zu schwimmen.

Alltagspropheten TALK #05 – Konsum

Eine neue Ära startet in unserem Podcast. Wir haben endlich ein Konzept! Heute überraschen wir euch mit drei neuen Elementen. Kurz nach Weihnachten sprechen Joschka und Philipp über das Thema Konsum. Viel Spaß beim zuhören und lasst uns wissen, was ihr über das Thema und den Podcast denkt.

Rein zufällig hat das ZDF auf YouTube eine brandneue Doku zum Thema veröffentlicht. Wenn du dich mehr mit Amazon beschäftigen willst, kannst du hier das Video anschauen.

Fehlende Worte

Weihnachten rückt näher und das Ende des Jahres auch. In all dem Endjahres- und Adventsstress präsentieren wir heute stolzen den letzten Gastbeitrag 2019 – und das in einer besonderen Form. Unsere Autorin hat ihre Gedanken in einem Gedicht zusammengefasst und gleichzeitig eingesprochen. Also unbedingt Anhören!

Jenny, 21, aus dem wunderschönen Südbaden. Studentin.
Mein Herz schlägt für: Gott, Gemeinde, Zeltlager, Innenarchitektur, Kreativität, Tanzen.


Jetzt will ich also einen Text verfassen,
das Ende sollte zum Anfang passen,
geistreich, gewitzt und klug soll er sein,
jeder Satz endet mit einem Reim.
Dazu noch ne schöne Moral am Ende,
nach einer, sich zum Guten fügenden Wende.
Damit jeder denkt: „Hey, was da geschrieben steht
hilft mir voll weiter, weil’s noch jemandem geht
wie mir.“

Währenddessen kommt ne neue Mail rein:
„Die Hausarbeit sollte bald fertig sein.
Ideal sind 12 Seiten, gern aber mehr.“
Und ich frag mich: „Wo nehm‘ ich nur die Worte dafür her?“
Gleichzeitig meldet sich mein schlechtes Gewissen:
„Da sind auch noch ein oder zwei Referate, die gehalten werden müssen!“
Doch wenn es nur das wäre: es fehlen auch noch Gliederung, Anfang und Schluss,
nicht mal das Thema hab ich, aber ich muss
bis morgen damit fertig sein.
Wie krieg ich da bis dahin nur gute Ideen rein?

So viel zu tun und weder Zeit noch Ideen,
Zeitdruck kommt und Worte gehen,
kein Anhaltspunkt, um was Anständiges aufs Blatt zu bringen,
kein Anhaltspunkt, um gegen die Zeit zu gewinnen.
Und was tut man in so einer Situation?
Richtig: Prokrastination.
Das Talent dafür, alles vor mir herzuschieben
und keine Motivation zum Tun zu kriegen
scheint mir in die Wiege gelegt zu sein.
Und ohne Idee und Zeit
komm ich allein
nicht weit.

So schweifen meine Gedanken zum Ursprung des Ganzen:
was ist Kreativität eigentlich und wie kann es passieren,
dass neue Ideen sich stückweise kreieren
in meinen Gedanken, was braucht es dazu,
dass einzelne Gedanken sich einen und nun
ein gutes Ergebnis erzielen? Was brauchen
wir Menschen, dass solche Gedanken auftauchen?

Ist es nicht so, dass es nichts wirklich Neues geben kann?
Das Eine knüpft ans Vorherige an
und alles Neue entsteht aus Dingen, die es schon gab?
Ist es nicht so, dass ich gar keine neue Idee mehr hab?
Denn alles Neu erfundene ist nachempfunden jenem, was schon war,
keine Idee war vorher noch nie da.
Flugzeuge gibt es, weil Menschen wollten, was Vögel schon taten,
U-Boote bauten wir nach dem Vorbild der schwimmenden Arten,
alles, was wir erfanden hier auf Erden,
sollten nur Nachbildungen von der bestehenden Schöpfung werden.

So komm ich nur zu einem logischen Schluss:
Mein Schöpfer ist der, an den ich mich wenden muss,
denn so, wie er als Erster das Fliegen erfand,
so ist auch jede andere Idee aus seiner Hand.
Und ich bin nur klein und ideenlos,
denn keiner meiner Gedanken ist so groß,
als dass er ohne Vorbild funktioniert.

Aber trotzdem sitz ich hier und schreibe nen Text,
obwohl ich nach jedem Wort frag: „Und jetzt?“
Obwohl meine Kreativität dazu nicht reicht.
Denn meinem Schöpfer fällt es leicht,
meine Lücken zu füllen und mir zu helfen all das besser zu schreiben, als ich es allein je kann.
Denn bei meinem Schöpfer fängt alle Kreativität an.
Und so will ich dir sagen:
kein Grund zu verzagen,
Wenn Zeit und Ähnliches gegen dich ist,
dann hilft er dir weiter, wenn du offen dafür bist,
denn ihm reicht auch kürzeste Zeit aus
und trotzdem kommt am Ende was Gutes raus.
Denn er schenkt dir die Zuversicht:
am Ende des Tunnels scheint immer ein Licht.


Danka an Alice Achterhof für das Foto von Unsplash.

Und jetzt mach ich morgens das Licht an

Jana. 25. Sonnenkind. Glücklichst verheiratet. Marmeladenkocherin. Masterantin. Herzschlag: Gott, Gemeinde, Gemeinschaft und Gastfreundlichkeit.







Letzte Woche war es mal wieder so weit. Plötzlich, aus dem Nichts bekam ich Kopfschmerzen. Schleichend. Nie zu stark, immer aushaltbar, zum Abend hin zunehmend. An dieser Stelle sei gesagt, dass ich selten Kopfschmerzen habe. Vielleicht einmal im Monat. Nachdem diese Plage ein paar Tage anhielt, fing ich an, mir Gedanken zu machen. Zu viel um die Ohren? Eigentlich nicht. Schlechte Körperhaltung? Könnte besser sein, aber so lebe ich ja sonst auch. Oder was ganz anderes?

Die Lösung erschloss sich mir erst nach eineinhalb Wochen Kopfschmerzen, Gereiztheit und Tränen beim kleinsten Anlass. Der Herbst ist eingezogen. Es regnet fast jeden Tag. Aber auch ohne Regen schieben sich regelmäßig Wolken vor die Sonne. Im Vergleich zum Sommer bekomme ich kaum noch Licht. Die dementsprechende Diagnose: Mein Körper reagiert auf fehlendes Licht.

Dass ich an Winterdepressionen leide, habe ich vor vier Jahren rausgefunden. Nach einem grausamen Winter ohne Licht, mit Schmerzen, wenig Motivation in den Tag zu starten, Heißhunger und vielen Tränen. Alles aushaltbar – irgendwie lebbar – aber nicht lebenswert. Am Ende dieses Winters fand ich – auch durch ärztliche Diagnose bestätigt – heraus, dass mir einfach Licht fehlt. Verrückt. Ist aber so. Aber was passiert eigentlich bei meiner Winterdepression?

Normalerweise fällt eine große Portion Sonnenlicht in meine Augen. Die Augen signalisieren meinem Gehirn: sei wach, wirklich wach! Im Winter ist es nach ein paar Tagen so, dass dieses Signal zu schwach wird. Mein Gehirn registriert: Es ist die Mühe nicht wert, wirklich wach zu werden. Die Maschine kann heute auch auf 50% laufen. Das ist dann Antriebslosigkeit. Wenn ich tagsüber nie ganz wach bin, muss ich nachts logischerweise auch nicht ganz schlafen, oder nicht so gut. Der Schlaf wird unregelmäßig und nicht erholsam. Am nächsten Morgen fällt es mir schwer, motiviert aufzustehen. Das war jetzt eine Laienerklärung. Um das Ganze in Fachbegriffen auszudrücken, braucht man auf jeden Fall den Serotonin- und Melatonin-Spiegel, die in ihren Kurven abfallen. Zusammengefasst verursacht das Fehlen von Licht Kopf- und Ohrenschmerzen, Gereiztheit und ein Gefühl von (sozialer) Überforderung. Alles aushaltbar, aber nicht lebenswert.

Die Lösung war für mich eine Lichtlampe. Die Lichtlampe ballert für 30 Minuten 10.000 Lux in mein Gesicht. Normale Lampen haben 200 bis 300 Lux. Ein wolkenloser Tag kommt auf 100.000 Lux. 30 Minuten 10.000 Lux morgens direkt in meine Augen machen mich im Winter wacher als jeder Kaffee. Und nicht nur das. Heute war der erste Tag, an dem ich meine Lampe nach den Sommermonaten wieder eingesetzt habe. Auf einmal fühlte ich mich gut, fröhlich, aktiv (ich hatte sogar Lust, joggen zu gehen, und ohne jeden Auftraggeber diesen Text zu schreiben). Kopfschmerzen? Fehlanzeige. Ich habe wieder Lust auf Leute und das Gefühl, mehr ich selbst zu sein. Der Halb-wach-Nebel ist weg. Das Leben wieder lebenswert.

Das ist für mich genau so krass, wie es sich anhört. Jeder, dem ich von meinem Problem erzähle, ist erstmal überrumpelt. Ich denke, dass die meisten mir nicht einmal glauben. Das kann ich auch irgendwie nachvollziehen. Ich meine, ich habe krasse Schmerzen und depressive Anzeichen und das Ganze soll mit ein bisschen Licht verschwinden? Die Lösung scheint zu einfach. Ich glaube man kann gar nicht nachvollziehen, wie ich mich fühle und was in mir abgeht. Aber ich kann es nur so ausdrücken. Der Wechsel von Gestern auf Heute war für mich wie von Tag auf Nacht und erinnert mich an folgenden Bibelvers:

„Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“

Johannes 8,12

Ich finde es abgefahren. Der Vers drückt genau das aus, was mich beschäftigt, was ich erlebe. Licht verändert mein Leben. Ich meine „leben“ konnte ich davor auch, irgendwie. Es war ja meine Realität. Aber mein Alltag war nicht so lebenswert wie mit dem Licht. Das ist dasselbe für mich mit dem Glauben. Das Leben ist auch ohne Jesus lebenswert für mich. Ich lebe oft und erfolgreich ohne ihn in meinem Alltag. Die Tage ziehen auch so vorüber. Aber wenn ich wieder mehr von Jesus in meinem Leben habe; wenn ich mich hinsetze und eine halbe Stunde mit Jesus rede oder ihm zuhöre (auch wenn ich dabei nicht immer was höre), dann merke ich, wie ein Stück besondere Qualität in mein Leben kommt. Wie ein Stück Finsternis abfällt. Mein Leben ist lebenswert. Auch mit Ewigkeitsdimension.

Das kannst du nicht glauben? Das ist in Ordnung. Der erste Teil mit der Lichtlampe war vielleicht schon hart nachzuvollziehen, und dann der zweite erst. Ich kann verstehen, wenn das ein bisschen zu viel ist. Ich kann nur davon erzählen, was ich erlebe. Und das wünsche ich dir auch. Licht!


Vielen Dank an the beatboy. für das Beitragsbild auf Unsplash.

Hast du auch Lust einen Gastbeitrag zu schreiben? Dann schreib am besten eine Mail an info@alltagspropheten.de oder kontaktiere uns über Social Media. Wir freuen uns!

Kinder machen Klingelstreiche

Thomas. 32. Elektronikbegeisterter Feinwerkmechaniker. Ist fasziniert, wenn man Gottes Eingreifen beobachten kann.

Unser heutiger Gastautor hat sich die Mühe gemacht und seinen Text aufgenommen. Du kannst ihn dir hier anhören oder einfach weiterlesen.


Es war im Sommer vor drei Jahren. An einem wunderschönen Sonntagnachmittag gönnte ich mir einen Mittagsschlaf. Ich dachte: „Dazu ist doch der Ruhetag da, oder?“ Doch mit der Ruhe nahmen es zwei Jungs aus der Nachbarschaft nicht so ernst. Sie rannten bei mir in den Hof, stiegen die Treppe hoch und drückten an meiner Haustür auf die Klingel – einfach so.

Leicht aufgeregt ging ich an die Tür. Doch die Kinder rannten schnell weg und versteckten sich. Als ich niemanden sah, atmete ich kurz durch – ich war ja jetzt gerade an der frischen Luft – und machte die Tür wieder zu.

Ein paar Minuten später klingelte es wieder. Dieses Mal waren die Jungs etwas provokanter unterwegs und blieben einfach an der Türe stehen und klingelten durchgehend weiter … bis ich die Türe öffnete.

Ich gebe zu: In diesem Moment konnte ich bei diesen zwei Jungs nicht mehr ernst bleiben. 🙂 … Wir setzten uns auf die Treppe, tauschten uns aus und am Schluss bekam jeder eine Fanta-Dose in die Hand gedrückt.

In den Tagen nach diesem Klingelstreich musste ich immer wieder an diese amüsante Begebenheit denken. In einer Kreativphase fing ich an, über die Charaktereigenschaften von „Klingelstreich-Kindern“ ausführlich nachzudenken. Meine Gedankengänge brachten mich zu der Vermutung, dass es wahrscheinlich drei Charakter-Typen gibt:

Typ A: Kinder rennen an die Haustür. Dabei leise und vorsichtig zu sein, kommt für sie aber nicht in Frage. Sie drücken den Klingelknopf meistens nur einmal und rennen sofort weg. Dann tauchen sie nicht mehr auf.

Typ B: Bei diesem Charakter-Typ gehen die Kinder etwas vorsichtiger vor. Sie laufen halbwegs zielgerichtet auf die Haustür zu und drücken ein- oder zweimal auf den Klingelknopf. Auch in diesem Fall rennen die Kinder schnell weg. Allerdings verstecken sie sich hinter der nächsten Mauer, um zu sehen, was passiert. Sie beobachten genau, ob die Haustür oder ein Fenster geöffnet wird.

Dann gibt es noch die aufdringlichere Variante von Klingelstreich-Typen: Typ C: Kinder laufen oder rennen zielsicher an die Haustür und drücken den Klingelknopf – einmal, zweimal, dreimal … und dann ganz viele Male. Sie rennen nicht weg, sondern klingeln einfach weiter …
Als Betroffener fängt es dann meistens an, zu nerven. 😀 Doch mit etwas Geduld und Durchhaltevermögen kann man beobachten, dass die Kinder schon nach vier Minuten aufhören, zu klingeln. Allerdings ist die Klingelpause nach einer Stunde vorbei und die Vielzahl an Klingel-Betätigungen wird wiederholt. In den meisten Fällen kennen die Klingelstreich-Ausführenden ihr Opfer sehr gut und freuen sich auf eine direkte Begegnung.

Meine Kreativphase ging noch weiter. 😀

Meine Gedanken gingen soweit, dass ich mich fragte, warum Jesus in der Bibel an einer Stelle sagt: „… Klopft an, und euch wird geöffnet!“ (Matthäus 7,7) Vielleicht hätte Jesus hier auch sagen können: „Klingelt, und euch wird geöffnet!“, wenn es damals an den Haustüren schon elektrische Klingelapparaturen gegeben hätte. Wie dem auch sei.

Eines geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich glaube, dass viele Menschen sich Gott auf eine langweilige Art nähern – wie mit dem Klingelstreich-Charaktertyp A. Sie „klingeln“ bei Gott, erwarten aber nicht mal eine Reaktion. … Naja, wenn man so betet, ist es kein Wunder, wenn es langweilig wird.

Doch wie würde es aussehen, wenn wir beim Beten erwarten, dass eine Tür aufgemacht wird? … Wie die Jungs mit Charaktertyp C. (Siehe auch Lukas 18,1–8; Lukas 11,5f) Man kommt zielgerichtet vor Gott – vielleicht etwas respektvoller und ehrfürchtiger – und klingelt nicht nur einmal. Man klingelt mehrere Male und wartet auf eine Reaktion.

Also, man muss sich vorstellen: Hier wenden wir uns an den realen Schöpfer, der Himmel und Erde und irgendwann später uns gemacht hat. Es gibt keine höhere Instanz, bei der man ein Anliegen einreichen kann. Wenn nichts passiert, wiederholt man den Vorgang. Man erwartet vielleicht sogar eine direkte Begegnung (hört sich vielleicht komisch an).

Eines will ich hier nicht unter den Tisch fallen lassen: Gott kennt auch eine Zeit des Schweigens. Wenn wir bei ihm klingeln, brauchen wir Geduld.

„Lass Jahwe dich führen! Vertraue ihm, dann handelt er. Er wird dein Recht aufgehen lassen wie das Licht, deine Gerechtigkeit wie die Sonne am Mittag. Werd still vor Jahwe und warte auf ihn!“

(Psalm 37, 5+7)

In solch einer Übergangszeit kann es auch „dran sein“, sich von Gott so verändern zu lassen, wie ER es sich von uns wünscht (siehe Römer 12,2).

„… Diene ihm mit ganzem Herzen und verlangender Seele! Denn Jahwe erforscht alles Herzen und kennt unsere geheimsten Gedanken. Wenn du ihn suchst, lässt er sich von dir finden …“

(1. Chronik 28,9)

Ich möchte dich einladen, offen für Gottes Reaktion zu werden. Erwarte etwas von Gott. Begegne ihm von ganzem Herzen mit einer „verlangenden Seele“. Traue Gott etwas zu – bis sich eine Tür öffnet!

Zugegeben: Dass Gott es manchmal anders kommen lässt, als wir Menschen es uns wünschen, musste ich selbst hautnah erleben. Einer, der zwei Klingelstreich-Jungs, verlor drei Monate später den Kampf gegen einen Hirntumor. Er wusste, dass er für immer bei Gott sein wird.


Vielen Dank an Serge Le Strat für das Beitragsfoto von Unsplash.

Hast du auch Lust einen Gastbeitrag zu schreiben? Dann schreib am besten eine Mail an info@alltagspropheten.de oder kontaktiere uns über Social Media. Wir freuen uns!

Das große WWW oder auch: Hätte, hätte, Fahrradkette



Maike. 16. Schülerin. Mag es, viel von dem um die Ohren zu haben, was sie liebt: Musik, Fahrradfahren, Gemeinde, Verantwortung, viel intensive Zeit mit wenigen Menschen. Auf dem Fahrrad mitten in Bielefeld denkt sie viel nach, betet und ordnet Gedanken.


„Das große WWW oder auch: Hätte, hätte, Fahrradkette“ weiterlesen

Wandern mit Hindernissen


Thomas. 45. Chemiker. Versucht durch seine Arbeit bei der Berufsgenossenschaft Unfälle und Berufskrankheiten mit Chemikalien bei der Arbeit zu verhüten. Setzt seine vielfältigen Gaben gern in der Gemeinde und im SWD-EC-Jugendverband ein. Entspannt gern beim Bergwandern oberhalb der Baumgrenze – am liebsten in der Schweiz.

„Wandern mit Hindernissen“ weiterlesen

Warum stehe ich jeden Morgen auf?

Trotz Sommerpause präsentieren wir euch ein neues Video-Special, das wir in Kooperation mit Fabian gemacht haben. Ein sehr begabter Fotograf und Filmemacher. Checkt mal seine Website aus! Und viel Spaß beim Watchen 😉

Schreib uns, was dich motiviert, jeden Morgen aufzustehen und wie dir das Video gefallen hat!

Deine Alltagspropheten

Ich wünschte, ich könnte nicht mehr beten!

Natalie. 21. Studentin. Liebt es tiefe Gespräche mit Leuten zu führen und dabei Gottes Wirken zu erkennen.

„Ich wünschte, ich könnte nicht mehr beten!“ weiterlesen