Aus Zweifeln auftauchen

Als Kind stellte ich meinem Vater mal die Frage: „Papa, warum weiß ich eigentlich, dass unser Glauben und unsere Religion die richtige ist?“ Damals beschäftigte ich mich in meinem kindlichen Glauben besonders mit einer Frage: Was hebt uns Christen von anderen ab und was ist an Gott anders im Vergleich zu Buddha oder Allah? Wie können Menschen aus anderen Religionen genauso überzeugt von ihrem Gott sein, obwohl wir doch den Anspruch besitzen, dass unser Glaube die Wahrheit ist? Und wie kann ich mir sicher sein, dass ich den richtigen Gott anbete?

Mein Vater antwortete mir auf meine Frage damals folgendermaßen: „Jesus ist der einzige, von allen Gottheiten jeder Religion, der nichts, bzw. nichts außer Glaube von uns verlangt. In vielen anderen Religion müssen die Menschen gewisse Opfer bringen oder gute Taten vollbringen, um irgendwie einen Hauch von Chance zu haben, in den Himmel zu kommen. Bei Jesus nicht. Sondern er selbst hat sich gegeben, ohne das wir irgendetwas dafür hätten tun können.“ Für mich war das ein absolutes Totschlag-Argument. Seit diesem Tage hinterfragte ich niemals mehr meinen Glauben an den wahren und „richtigen“ Gott. Mir war klar: This is the point. Genau deshalb kann ich mir sicher sein, dass ich an den wahren Gott glaube.

Doch um diese Frage soll es heute nicht primär gehen. Ich habe gesagt, dass ich seitdem nie mehr Zweifel an Gott selbst hatte. Das heißt nicht, dass ich zweifellos und naiv durch das Leben laufe. Mich überwältigt zum Beispiel oft die Frage, ob Gott es wirklich immer gut mit mir meint. Ganz besonders stark ist dieser Zweifel, wenn ich mich wieder einmal frage, warum ich eigentlich immer noch Single bin. (An alle Ladies unter euch: Ich bin mir sicher, dass ich mit diesem Gedanken nicht alleine bin, oder?)

Es gibt da aber diesen einen Satz in der Bibel, der mir dann immer in den Sinn kommt und sehr herausfordert.

„Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten!“ (Römer 8,28)

Gut, diese Aussage ist sehr eindeutig. Stellt sich nur die Frage, ob ich Gott überhaupt genug liebe, damit sich diese Aussage bewahrheiten kann. Solche Verse ziehen mich oft mehr runter, als das sie mich aufbauen. Ich merke wie sie mir einfach aufzeigen, dass ich ganz und gar nicht perfekt bin und perfekt liebe. Natürlich lässt sich Liebe nicht so leicht messen, aber gefühlsmäßig gibt es bei mir immer ein bisschen mehr Liebe, die ich für Gott haben sollte. Und vergleiche ich mich erst mit anderen Christen, merke ich erst recht, dass ich Gott irgendwie nicht so krass liebe wie sie oder wie er es verdient. Da wären z.b. die gemeinsame Zeit mit Gott, die ich oft vernachlässige. Oder die Gebete, die von anderen manchmal so viel tiefer und reifer klingen als meine.

Wie komme ich aber wieder dahin, zu sagen: Ja, ich glaube dir Jesus. Ich glaube, dass du mir nur das Beste schenken willst! Ich will dir dazu 2 Tipps mitgeben, die mir immer wieder helfen, diesen Satz laut auszusprechen, sogar von ganzem Herzen zu glauben und die mich aus meinen Zweifelsphasen wieder auftauchen lassen. Bis ich dann in die nächste Situation hinein stolpere, in der ich wieder anfange zu fragen „Gott warum?“ Das lässt sich wahrscheinlich nicht vermeiden. Ich kann dir nicht versprechen, dass sie ein Heilmittel gegen alle Zweifel ist. Auch nicht, dass sie dich aus dem Zweifel heraus holen. Aber mir helfen sie oft und dir ja vielleicht auch:

1. Schau weg von deinen Umständen und deiner Situation. Schaue stattdessen auf Gott!

Kennst du die Geschichte als Petrus zu Jesus auf dem Wasser läuft? Wenn nicht, lies sie mal schnell in Matthäus 14, 29-31 (Übersetzung Hoffnung für alle) nach. Hast du das Wörtchen Zweifel entdeckt? Während Petrus den Blick auf Jesus richtet, geht er ihm auf den Wellen immer näher entgegen. Doch als er den Blick auf das Wasser und die Wellen abwendet, bekommt er Angst und fängt sofort an zu sinken.

Das lässt sich folgendermaßen übertragen: Um Gott vertrauen zu können, muss ich meinen Fokus auf ihm halten und nicht auf meinen Umständen! Dies ist sowohl eine Grundhaltung als auch ein Lernprozess. Lernen, Jesus im Blick zu haben, machst du am besten, indem du dich mit ihm beschäftigst. Die Dinge oder Personen mit denen wir uns am meisten beschäftigen, haben wir auch stärker in unserem Blickfeld. Sie sind uns am wichtigsten und beeinflussen am stärksten.

2. Wirf einen Blick zurück in die Vergangenheit und schau auf die guten Dinge, die du schon durch Gott erfahren konntest!

Das Volk Israel hat in vielen Situationen aus dem Alten Testament vergessen, wie gut Gott zu ihnen war und zweifelten deswegen an ihm, seiner Treue und seinen Versprechen. Was tat Gott? Er rief ihnen wieder und wieder Erlebnisse und Geschichten hervor, in denen sie seine Liebe sehen konnten und dass er seine Versprechen hält.

Ich glaube, dass können und sollen wir sogar auch tun. Hier also die entscheidende Frage:

Wo gab es bereits Situationen, Probleme und Zweifel in deinem Leben, aus denen dich Gott rausgeholt hat? Oder in denen er dich bewahrt hat? Gab es schlechte Umstände, aus denen Gott etwas Gutes gemacht hat? Vielleicht fällt dir spontan nichts ein, aber nimm dir doch genau jetzt die Zeit dafür. Unterbrich kurz den Beitrag und schreibe dir genau diese Situationen auf, die dich an Gottes Treue und Liebe erinnern. Frage dabei auch gerne deine Familie oder Freunde.

3. Suche dir einen guten Freund/eine gute Freundin und erzähle ihr von deinen Zweifeln!

Sich anzuvertrauen und Zweifel laut auszusprechen, ist oft der erste Schritt, diese beim Schopf zu fassen und anzugehen. Sprecht gemeinsam über Situationen und Umstände. Oft hilft es, die Meinung und Erfahrung anderer wertzuschätzen und zu benutzen.

Zum Schluss möchte ich dir noch sagen: Zweifel an sich sind nichts Schlechtes. Durch Zweifel kann man lernen, Dinge zu hinterfragen und aktiv zu werden. Wenn sie jedoch dein Leben bestimmen und deinen Glauben nicht festigen, sondern eher schwächen, sollte sich etwas ändern! 

Vielleicht helfen dir die obigen Tipps nicht sonderlich, vielleicht hast du sie auch schon ausprobiert, aber sie haben nichts gebracht. Das kann gut sein, denn jeder geht anders mit seinen Zweifeln um. Am Ende gibt es jedoch immer eine Person, die dir hundertprozentig helfen kann. Jesus. 

Eure Larissa (die am Valentinstag mal wieder ihr Single-Sein angezweifelt hat…)

Danke an Jonny Caspari für das Bild.

Frag würdig

Mit dem Ende der Schulzeit und dem Beginn des Erwachsenwerdens (ein Prozess, der wohl bis an das Lebensende eines Menschen nie ganz abgeschlossen sein dürfte) schlich sich immer öfter eine Frage in meinen Kopf hinein. Sie war auf einmal da. Aus dem Nichts. So selbstverständlich und von allein, als wäre sie schon immer da gewesen. Langsam nistete sie sich in meinem Gehirn ein, machte es sich gemütlich, bis sie plötzlich vor meinem inneren Auge aufblitzte. Eine Frage, die sinnbildlich für unsere individualisierte Gesellschaft steht. In der der Drang zur Selbstverwirklichung wie in keiner vergleichbaren Phrase angelegt ist. Gleichzeitig bringt sie den jugendlichen Übermut, dass die Welt einem nach der Volljährigkeit offen steht, zum Ausdruck. Ich begann mich zu fragen: Was will ich im Leben erreichen?

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Worauf liegt dein Fokus?

Wann hast du das letzte Mal, die Welt durch einen Filter betrachtet?
Mit dem Auge durch den Sucher geblickt,
die Linse aufs Motiv gerichtet,
und am Rädchen scharf gestellt?

Worauf liegt dein Fokus?

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