Filmen, Schneiden, Nachbearbeiten

Im Gegensatz zu den meisten Menschen ist mir momentan alles andere als langweilig. Die letzten Wochen habe ich sehr viel Zeit mit Videoschnitt verbracht. Das macht echt Spaß. Da ein bisschen tricksen, hier ein bisschen Farbkorrektur. Dort etwas verbessern. Das Problem ist: Alles dauert auf einmal länger, als ich es eigentlich geplant hatte.

Und wenn ich es mir recht überlegte war alles, was ich den über Tag tat – was Videoschnitt ausmacht – Fehler zu überdecken, verstecken und mit schönen Effekten abzulenken. Damit am Ende bloß nicht auffällt, dass Fehler gemacht wurden. An einer Stelle vergisst der Sprecher seinen Text, versucht die richtigen Worte zu finden. »cmd« + »k«; »delete«; »v«; verschieben; »crossfade«. In diesem Rhythmus klicken die Tasten so vor sich hin bis der Sprecher einen anscheinend perfekten, flüssigen Satz spricht. Doch kaum ist der Fehler ausgemerzt, taucht daraus resultierend der nächste  auf. Jetzt hüpft das Bild vor sich hin und man merkt klar und deutlich, dass getrickst wurde. Anderes Video drüber. Fertig.
Im Endeffekt ist das Schneiden von Filmen ein Teufelskreis der Kompromisse.

Ist das mein tägliches Leben nicht auch manchmal? Ich habe gelogen und jetzt muss ich das mit weiteren Lügen überdecken. Oder mir ist etwas kaputtgegangen und jetzt muss ich versuchen, es zu vertuschen. Im ersten Moment eine perfekte Lösung. Alles scheint gut zu laufen. Doch das Ganze überdecken und vertuschen macht alles nur noch schlimmer, als es schon ist. Am liebsten würde ich die Zeit zurückdrehen und meinen Fehler korrigieren.

Doch genauso wie der Film im Kasten ist, kann man Fehler nicht mehr rückgängig machen. Es gibt kein zurück mehr. Man muss mit dem Material arbeiten, dass man hat. Ich hasse Kompromisse. Ich würde es gerne perfekt machen. Aber dabei bleibt es nun mal.

Aber muss es dabei bleiben? Gibt es einen Weg da heraus? Das ist ein Problem, das schon Generationen vor uns beschäftigt hat. Und in wenigen Tagen denken viele wieder an eine Lösung des ganzen. Im wahren Leben gibt es nämlich zum Glück einen Weg raus. Zwar keine Zeit-Zurück-Dreh-Maschine, aber einer, der die Fehler nicht einfach verdeckt oder irgendwie hilflos zusammen schnipselt, sondern die Konsequenz davon trägt. In der Bibel heißt es sogar, dass es so ist, als würden die Fehler ganz, ganz weit weg »in die Tiefen des Meeres« geworfen. Dort hin, wo sie niemand mehr findet. Menschlich total unverständlich. Es ist doch nur gerecht, wenn man selbst seine gerechte Strafe bekommt. Und ich glaube da würden mir die meisten Menschen zustimmen. Aber selbst die schlimmsten Fehler will Jesus in seinen Augen ungeschehen machen, wenn man sie bereut. Das ist doch krass! Kein Fehler ist zu groß, als dass Jesus ihn nicht vergeben kann. Die Geschichte, die dahintersteckt haben wir letztes Jahr aus verschiedenen Perspektiven nacherzählt und werden sie nächste Woche nochmal auf unserem Blog hervor kramen.

»Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Schuld unter die Füße treten und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen. Micha 7,19«